Zu Weihnachten und den paar freien Tagen gönnte ich mir dieses Jahr ein ganz besonderes Geschenk: Ich spielte endlich Red Dead Redemption, das fast zwei Jahre lang bei mir ungespielt im Regal stand. Heute lief nun der Abspann von RDR, und ich kann jedem Konsolenspieler, der das Game bislang noch nicht gespielt hat, raten, hier zuzuschlagen und sich RDR reinzuziehen.
RDR ist die bis dato sicherlich beste Western-Umsetzung, und es ist nur schwer vorstellbar, wie es in diesem Genre irgendwann noch eine Steigerung zu RDR geben könnte. Allein die Landschaft und die Natur mit dieser Weite des wilden Westens ist schlichtweg beeindruckend. Und spätestens wenn man nachts durch die Prärie reitet und auf einem Hügelkamm auf campierende Cowboys trifft, die sich um ein Lagerfeuer geschart haben und sich unterhalten, kommt ganz große Atmosphäre auf. Auch wenn es in RDR eine Schnellreise-Funktion gibt: Ich bin das ganze Spiel über fast jede Strecke komplett durchgeritten, weil es einfach ZU GEIL war, mit seinem treuen Ross durch die Gegend zu galoppieren.
Die Story und deren Erzählweise trägt die unverkennbare Handschrift von Rockstar, d.h. man trifft neben der Hauptfigur John Marston auf unzählige schräge Vögel und Freaks, die allesamt mit viel Liebe zum Detail in die Story eingebunden werden. Abseits der Nebenmissionen wird die Hauptstory allerdings recht linear erzählt, und hier gibt es auch keine großen Entscheidungsmöglichkeiten, durch die man als Spieler die Entwicklung maßgeblich verändern hätte können. Mich hat das nur wenig gestört, weil die Story wirklich gut präsentiert wird, so dass man sich nur in wenigen Momenten mehr Handlsungsfreiheit gewünscht hätte. Grundsätzlich sind auch wieder eine Menge von Minispielchen und Random-Missionen am Start. Glücklicherweise sind diese sehr unaufdringlich ins Spiel mit eingebunden. Im Gegensatz zu anderen Open-World-Titeln machen viele der Challenges vor der Kulisse des Wilden Westens aber durchaus Sinn. Von daher auch hier: Gut gemacht, Rockstar.
Noch ein Wort zur Musik: Der Score ist schlichtweg der Hammer. Natürlich bleibt Rockstar dem Genre treu, aber wie hier die Musik teils auf inhaltliche und emotionale Weise in das Game integriert wurde, ist wirklich herausragend. Ich denke da nur mal an Jamie Lidells 'Compass' Track. Als ich den zum ersten Mal in RDR vernommen habe, lief mir ein Schauer über den Rücken. Auch die anderweitige Musikuntermalung, seien es Gitarren oder Pfeifen usw. ist zwar aus den Western längst bekannt, aber genau so muss es auch sein. Dazu dann die Weite des Landes... unfassbar gut.
Es gibt auch ein paar Schwächen, die im Hinblick auf RDR nicht ungenannt bleiben sollen: Ab und an laden in den Städten (bei mir v.a. Blackwater) Texturen manchmal verzögert nach. Zu Beginn des Spiels hatte ich in Armadillo beim Kauf der Immobilie immer wieder Abstürze. Das ging aber später dann nach der Erledigung weiterer Missionen ohne Probleme. Und auch die Steuerung ist bisweilen etwas frickelig.
Abschließend muss ich anerkennen: RDR ist wie ein Schuß zwischen die Augen. Ich war die ersten Stunden regelrecht geplättet, wie gut der Wilde Westen hier atmosphärisch und spielerisch eingefangen wird. Trotz der etwas linearen Handlung bleiben dem Spieler immer noch genügend Freiheiten, abseits der Hauptstory viele Stunden zu verweilen und eine Menge Spaß zu haben. Dabei ist die Grafik für das große Gebiet, das hier dargestellt wird, wirklich erste Sahne. Für mich ganz klar ein Pflichttitel für Konsole. Ein Must-Have für jede Spielesammlung und eine Ausnahmespieleerfahrung in einem Genre, für das es sowieso kaum ernsthafte Alternativtitel gibt.
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