Nach dem Fall von Darth Malak ist die Republik kurz vor der endgültigen Auslöschung. Die meisten Jedis, welche das Fundament der Republik sind, sind tot und eine unmenschliche Kräfte wandern von Planet zu Planet auf der Suche nach den letzten Jedis.
In dieser harten Zeit kommt der Verbannte zurück. Vor 5 Jahren ging er ins Exil, als Bestrafung für seine Sünden in den Mandarlorianischen Kriegen. Das hat aber keinen einfachen Grund, und um nicht zuviel zu spoilern: Die Vergangenheit des Verbannten spielt eine schwerwiegende Rolle und während des Spiels bekommt ihr immer wieder Einblicke wie grausam Malakor V (auf dem die finale Schlacht der Mandarlorianischen Kriegen geschlagen wurde) war und wieso die Verbannung in den Augen der Jedis gerechtfertigt ist.
Doch obwohl der Verbannte in der Vergangenheit einer der stärksten Jedis, neben Revan, Malak und den Meistern, war, seid ihr zu Anfang gerade mal stark genug ein paar Droiden zu verkloppen. Mit Hilfe der mysteriösen Kreia, mit der ihr eine Machtbindung habt, (ähnlich wie mit Bastial im ersten Teil), findet ihr Stück für Stück den Weg zur Macht wieder. Auch auf ein Laserschwert müsst ihr zuerst verzichten.
Das geniale Gameplay ist gleich geblieben wie im ersten Teil. Die Kämpfe verlaufen Echtzeit, man kann aber auf Wunsch das Spiel anhalten und Kommandos geben. Das Kampfsystem wurde zwar beibehalten, aber an relevanten Punkte verbessert. So zB könnt ihr komfortabel zwischen zwei Waffenkombinationen wählen oder es gibt eine ganze Menge neuer Jedikräfte und besonderen Fähigkeiten zu erlernen. Allerdings gibt es auch Schwachpunkte im Kampfsystem: Es gibt sogenannte Werk- und Laborbänke. Diese sind eigentlich nur zum Modifizieren der Waffen nützlich, die Idee mit den eigen erstellten Waffen bzw. Medikamenten ist zwar nett, leider aber viel zu zeitaufwendig und bringt es auch nicht.
Soviel Obsidian ist Kampfsystem Neues gesteckt hat, sowenig haben sie in die Grafik gesteckt. Stellenweise ist sie richtig übel und das stellenweise richtig heftige Ruckeln kann so manchen Spieler abschrecken. Auch die Ladezeiten sind wieder unter aller Sau. Vor allem bei längeren Laufwegen schlägt das den meisten Spielern ganz schön auf den Magen...
Aber warum 6 Sterne von mir? Ganz einfach: Die Charaktere, die Größe des Spiels und die Story.
Noch nie habe ich in einem Spiele eine solch perfekt versponnene Story erlebt. Es gibt extrem viele Überraschungen (wobei der "Luke, ich bin dein Vater"-Effekt aus dem ersten Teil leider fehlt), es ist auch sehr emotional und die Idee mit den Jedis suchen (ganz klar an den Sternenkarten orientiert) sorgt dafür das man auch alle Planeten bereist. Zudem hat jeder Planet eine eigene Story. Auf Nar Shardda geht man einer riesigen Nebenquest nach (die satte zwei neue Charaktere bringt; einer ist fix, die beiden anderen bekommt ihr auf welcher Seite ihr steht) bei der es um ein Kopfgeld auf Jedis geht, auf Dantooine wehrt ihr einen Söldernangriff ab oder befehligt diesen. Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack. Es gibt unzählige Sachen zu erledigen. Beim ersten Mal Durchspielen könnt ihr nie alles erledigen.
Das liegt schon daran, dass ihr eure Charaktere durch die Gespräche unterschiedlich beeinflusst. Vertraut ihr einem Charakter, baut er eine bessere Beziehung zu euch auf und erzählt euch mehr von seiner Vergangenheit. Auch gibt es für verschiedene Machtseiten verschiedene Charaktere. Wie vorher beschrieben bekommt ihr auf Nar Shadda einen Charakter je nach dem auf welcher Seite ihr steht. Es folgt also wirklich das kein Durchspielen einem Anderen gleicht. Auch sind eure Charaktere sehr unterschiedlich. Neben alten Gefährten aus KotOR, die ihr in der Party habt, seht ihr auch hin und wieder Hologramme von alten Gefährten, die ihr allerdings nicht persönlich trefft. Aber die bekannten haudegen (HK-47 ist dabei, sowie der kleine Droide und ein Söldnerkumpane aus alten Tagen; man erkennt ihn sehr gut an der Stimme) lassen wir hier mal außen vor. Die neuen Charakter sind nämlich wesetnlich interessanter. Egal, ob es nun um Bao-Dur, Atton, die Dienerin, den Jüngern oder Mira, die rothaarigen, magersüchtigen Kopfgeldjägerin geht, eines steht fest: Sie alle tragen ein Geheimnis mit sich herum! Man glaubt es auf den ersten Blick nicht, aber es wirklich so und man staunt bloß so was hinter dem unscheinbarsten Typen auf eurem Schiff steckt. Aber die wahre Leitfigur ist Kreia, sie führt euch wie schon gesagt zurück auf den Weg der Macht und durch ihr erfährt der Spieler was am Verbannten so besonders ist.
Neben der Geschichte eurer Gefährten, könnt ihr manche auch individuell weiterentwickeln. So zB können manche zu Jedi- oder Sithschülern werden. Manche bekommen Boni wenn ihr eine bestimmte Gesprächsoption auswählt oder wenn ihr zwei bestimmte Charaktere auf dem Schiff habt und die dann ein Gespräch auf der Ebon Hawk oder außerhalb des Schiffes führen.
Allerdings bleiben zwei bittere Nebengeschmäcke bei all der Euphorie: Nachdem ersten Durchspielen geht der Einstieg zu langsam. Man weiß ja eigentlich das Grundgerüst der Story und obwohl das Ende wirklich unterschiedlich ist und der Weg zum Ende auch mit ganz anderen Wendungen auftrumpf, muss man sich am Anfang richtig reinbeißen, so ging es mir zumindest. Und dann das Ende: Verdammt, auf der hellen Seite hat das Spiel eines der geilsten Enden allerzeiten. Anders als in anderen Spielen, erfährt ihr hier in einem Gespräch mit eurem Endgegner alles über eure Charaktere und ihre Zukunft...und natürlich die Zukunft der Republik, und natürlich ist auch das Ende der hellen Seite wieder auf bestimmte KotOR-Manier richtig traurig, wenn man darüber nachdenkt (vllt. ist aber auch alles nur riesige Fanboyeinbildung *gg*). Aber das Ende auf der dunklen Seite ist unter aller Sau! Man, ich war richtig enttäuscht...hatte auch keine Lust mehr das Spiel auf der hellen Seite anzufangen, naja, habe es dann aber doch getan und habe es nicht bereut.
Fazit: Schlägt den Vorgänger um Meilen. KotOR war damals revolutionär, KotOR 2 ist eine perfekte Forsetzung, die dank mehreren offenen Fragen in der Story, die perfekte Basis für KotOR 3 aufbaut. Pflichtkauf für Star Wars-Fans, RPG-Spielern und Spielern, die das Spiel mit einer der besten Stories der letzten Jahren nicht verpassen wollen (was man auch nicht sollte)
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